Picknick auf dem Schlachtfeld

Im Weltzeugkasten befinden sich mehr oder weniger hilfreiche Tipps, Tricks und Hilfsmittel, um Rollenspielern und Spielleitern das Leben leichter zu machen. Ok, vielleicht nicht immer leichter, aber zumindest interessanter … wenigstens einmal.

Wie schon beim Sandkasten zu lesen war, versuche ich in unserer Savage-Silmarillion-Runde hin und wieder neues Handwerkszeug auszuprobieren. Diesmal geht es um meine altgediente Battlemap, die ich vor Jahren auf der SPIEL in Essen erstanden habe – vergleichsweise preiswert im Übrigen, weil es ein Fehlschnitt war. Dass sie keinen richtigen Rand hat, störte mich nie. Im Gegenteil, mehr Platz für meine brillanten Skizzen (ja, es kann frustrierend sein, wenn Zeichner wie Mia Steingräber mit am Tisch sitzen. ;-) Anders sieht es bei den ganzen farbigen Schatten der verstrichenen Schlachten aus, die mittlerweile nicht mehr zu übersehen sind. Und für die Reichweite von bogengewappneten Elben oder Katapulten sind ihre Ausmaße auch nicht wirklich ausgelegt.

Wo bitte geht’s zur Schlacht?

Das Blut unserer Feinde färbte das Schlachtfeld … gelb.

Die Suche nach einer neuen, sauberen und vor allem größeren Battlemap erwies sich als gar nicht so einfach und versandete spätestens in den Untiefen meines Geldbeutels. Mein Traum vom tischfüllenden Untergrund streifte zwischenzeitlich mal solche Handwerksabgründe wie das Aufzeichnen/Einritzen/Einbrennen der Felder in die Tischplatte und anschließende Lackierung … klingt rückblickend nach mit Anlauf und Gesicht voran in die Wand.

Zum Glück spuckte mein Hirn dann doch noch eine andere Idee aus: Warum es nicht einmal mit einer Wachstuchtischdecke versuchen? Richtig, eine Wachstuchtischdecke, die uncoolste Erfindung nach der Regenhaube für radfahrende ältere Damen mit Dauerwelle.

Von Feldherren empfohlen: Tischtücher für echte Kerle

Ich habe eine Weile gesucht und bin dann schließlich bei Ebay fündig geworden. Eine Nachfrage ergab, dass die Quadrate dieser Tischdecken zudem die für Battlemaps typische Kantenlänge von 2,5 cm aufwiesen. Ich habe mich übrigens für die eckige 140×140 cm große gelbe Variante entschieden, weil ich gleich zweimal zu blöd war, das wenigstens etwas stilvollere Beige und den runden Zuschnitt zu registrieren.

Wenn Oma das gewusst hätte

Wahre Kunst darf alles.

… dann hätte sie mir das Mittagessen bestimmt mit Sturmangriffen der Bratkartoffeln und Flankenläufe der Jägersoße serviert. Oder ich hätte auf dem Boden essen müssen.

Auf jeden Fall eröffnet uns die neue Battlemap ungeahnte Dimensionen, Scharmützel zwischen Brezel und Orangensaft und wirklich, wirklich mehr als genug Platz. Und preiswert ist es obendrein.

EIn Nachteil liegt natürlich darin, das ich noch keine Tischdecken mit Hexfeldern entdeckt habe, aber zumindest für Savage Worlds braucht man die ja auch nicht.

Tooltipp: Blau ist die Hoffnung

Es hat sich übrigens herausgestellt, dass sich meine Folienschreiber (Edding 153 B) alle irgendwie anders verhalten: Schwarz hinterlässt wieder die üblichen Schatten, wenn es nicht früh genug wieder entfernt wird. Funktioniert also wie auf meiner normalen Battlemap. Rot und grün perlen hingegen ganz ab. Perfekt läuft es mit Blau, guter Auftrag und selbst nach Tagen noch rückstandsfrei zu entfernen. Update: Mittlerweile funtionieren alle Stifte gleichermaßen gut. Lag entweder an der Beschichtung oder den neuen Stiften.

Wünsche eine schöne Schlachtplatte,
Tobi

17 Gedanken zu „Picknick auf dem Schlachtfeld

  1. Sowas hatte ich auch mal ausprobiert und im Endeffekt eine bessere Lösung gefunden: Ich benutze inzwischen A2 großes Flipchart Papier mit 2,5ern Quadraten. Gibts als Abreißblock im 20er bis 100er und kostet auch nicht die Welt. Die teuren Folienschreiber kann man sich dann nämlich sparen und stattdessen sinnvoller in Bier und Bretzeln investieren ;-)

    1. Ist auf jeden Fall auch eine sinnvolle Idee. Da wir aber gar nicht so oft zum Spielen kommen, verbraucht sich der Folienschreiber nicht so schnell. :-) Außerdem mag ich es, einen Plan während der Sitzung noch verändern zu können. Aber wahrscheinlich werde ich das Papier mal ausprobieren. Darauf lässt es sich auf jeden Fall besser vorbereiten, als wenn unser Esstisch schon Tage vorher in ein Orklager verwandelt wurde. ;-)

  2. Habe genau aus diesem Grund auch schon diverse Male (online) nach solchen Tischdecken gesucht, letztendlich es aber immer wieder gelassen, da die Kästchengröße (natürlich) nicht angegeben war. Da es größere Onlinehäuser waren kam ich auch gar nicht auf die Idee, die einfach mal zu erfragen, doch das ist ja jetzt – zumindest bei diesem Fabrikar – erledigt. Danke!

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